Gedenkfeier in Tel Aviv
Der 4. November vor 12 Jahren markiert den Todestag des ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten und Friedensnobelpreisträgers Itzhak Rabin. Jedes Jahr wird seiner Ermordung in Tel Aviv gedacht. Hierzu waren wir, ebenso wie 150 000 Israelis bei dessen Gedenkfeier. Zu sehen waren so gut wie ausschließlich säkulare Juden. Der von ihm und Arafat initierte Friedensprozess und die darauf folgende Zeit bis zur zweiten Intifada, stellt für viele Palästinenser eine der friedlichsten und hoffnungsvollsten Zeiten dar. Auch viele Israelis setzten in ihn viele Hoffnungen. Nur die Ultra-Rechten auf beiden Seiten wiederstrebte der Gedanke der Friedensverhandlungen. Die jahrelange Propaganda der ultra-Rechten in Israel, die teilweise sehr radikal durchgeführt wurde, leistete mit Sicherheit auch ihren Tribut zu der letztendlichen Ermordung durch den radikal-orthodoxen Juden Yigal Amir. Als Provokation sahen es auch viele, dass Amir die Beschneidungszeremonie seines neugeborenen Sohnes an eben jenem Todestag abhält, an welchem sich seine schreckliche Tat jährt. Viele Rechte fordern seine lebenslange Strafe in eine 20-jährige umzuwandeln, denn noch immer wird er als Märtyrer für den jüdischen Glauben angesehen, der den Kollaborateur Rabin beseitigte und so schlimmeres für den Staat Israel abwendete.Viele Menschen standen an diesem Sonntag in Tränen an eben jenem Platz, an welchem Rabin vor 12 Jahren zu seinem Volk sprach.
Man kriegt durch die Erzählungen vieler Menschen hier mit, wie viele Politiker die Beliebtheit und den Einsatz für den Frieden - das Werk Rabins und seine Ideale vorgeben weiterzuführen.
"Alle reden immer von Frieden - keiner tut wirklich etwas dafür", war die anklagende Aussage eines Liedes der Gewerkschaftsjugend, welche alljährlich eine eigene Gedenkzeremonie zum Gedenken an Itzhak Rabin abhält.
Auch der Jerusalemer Bürgermeister, welcher für seine Radikalität bekannt ist war als Redner anwesend. Er redete davon, dass Rabin es immer so sah, dass es nur eine Hauptstadt Jerusalem gibt und diese ungeteilt bleiben werde. Natürlich zu Gunsten Israels. Dies wurde vor allem von den Mitgliedern der linken Meretz-Partei mit Buh-Rufen kommentiert. Das Thema Jerusalem wird in den meisten Friedensverhandlungen komplett ausgelassen, da hier beide Seiten auf ihrem Recht beharren würden.
Fakt ist jedoch, dass viele Teile Ostjerusalems fortschreitend besiedelt werden und Jerusalem systematisch von Siedlungen umschlossen wird.
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