Der Glaube an Annapolis
Gestern liefen wir durch Bethlehem um Läden zu finden, die Dinge im Angebot haben, welche kleine Mädchen im Alter von 7 bis 17 zufridenstellen könnten, denn wir wollen einen Adventskalender für das Internat basteln. In diesen Adventskalender soll dann für jedes von unseren 23 Mädchen eine Kleinigkeit. Da es bis Weihnachten 24 Tage sind passt das haargenau. Auf dem Weg durch den Suq, den Markt in Bethlehem, von Laden zu Laden wandernd, wurden wir schließlich fündig. Ein Laden, hatte allerlei Kleinigkeiten, die Frauen gefallen würden. Ich als männliches Wesen, mit der Vorstellung in einen Kosmetik-Kitsch-Laden zu laufen, entschied ich mich Anna den Vorrang zu lassen und wartete mit meinem Mitfreiwilligen Wieland vor dem Laden.
Nach zwei Minuten des Wartens hatte ein Mann, der schon die ganze Zeit in unserer Nähe stand all seinen Mut zusammengepackt und uns angesprochen. Dass er das schon die ganze Zeit gerne getan hätte konnte man an den interessierten Blicken sehen, die er uns entgegenwarf. Er erzählte uns, dass er bis 2004 in Südamerika gelebt hatte und nun zurückgekommen war um mit den palästinensischen Sicherheitskräften zusammenzuarbeiten, Viele hatten vor allem in den hoffnungsvollen Jahren Mitte der 90er Jahre diesen Schritt gewählt um an der Vision des eigenen Staates mitzuarbeiten. Diese Hoffnung wurde leider nie zur Wirklichkeit. Auf die Frage hin was er sich denn von Annapolis erhoffe kam wie fast immer, wenn ich jemanden danach frage, die Antwort "Nothing". "Niemand hier glaubt daran, dass Abbas irgendetwas erreicht." Er sagt weiterhin, dass auch wenn Dinge erreicht würden und Beschlüsse gefasst, diese de Facto nur auf dem Papier bestehen - wie so manches hier. Aus seiner Aussage über Abbas klingt mit was scheinbar viele hier denken. Man sehnt sich nach einem starken Führer so wie Arafat einer war, denn dieser konnte die Massen bewegen und dadurch etwas erreichen "auch wenn er nicht so gebildet war wie man es heute von den Politikern erwartet" - ob dies stimmt weiss ich nicht, aber es könnte etwas dran sein. Manche hier sehen auch Saddam nicht als den Diktator, wie wir ihn aus den westlichen Medien kennen, sondern einfach als einen starken Führer- einen Führer in der Art, wie man ihn hier bräuchte. Zwar wurde viel erreicht auf dem Feld der Demokratie in den letzten Jahren, aber die Hoffnungen auf einen, der alle vereint und den Traum eines eigenen Staates wahr macht scheint einfach größer zu sein - vielleicht. Ob die Möglichkeit besteht, dass die Gewalt wieder eskaliert, falls die Konferenz in Annapolis fehlschlägt war eine meiner Fragen - das wusste er nicht, möglich ist alles. Aber welche Hoffnung haben die Menschen denn noch, wenn nichts dabei herauskommt, die Siedlungen weiterwachsen und die wirtschaftliche und politische Situation immer aussichtsloser wird.
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Nach zwei Minuten des Wartens hatte ein Mann, der schon die ganze Zeit in unserer Nähe stand all seinen Mut zusammengepackt und uns angesprochen. Dass er das schon die ganze Zeit gerne getan hätte konnte man an den interessierten Blicken sehen, die er uns entgegenwarf. Er erzählte uns, dass er bis 2004 in Südamerika gelebt hatte und nun zurückgekommen war um mit den palästinensischen Sicherheitskräften zusammenzuarbeiten, Viele hatten vor allem in den hoffnungsvollen Jahren Mitte der 90er Jahre diesen Schritt gewählt um an der Vision des eigenen Staates mitzuarbeiten. Diese Hoffnung wurde leider nie zur Wirklichkeit. Auf die Frage hin was er sich denn von Annapolis erhoffe kam wie fast immer, wenn ich jemanden danach frage, die Antwort "Nothing". "Niemand hier glaubt daran, dass Abbas irgendetwas erreicht." Er sagt weiterhin, dass auch wenn Dinge erreicht würden und Beschlüsse gefasst, diese de Facto nur auf dem Papier bestehen - wie so manches hier. Aus seiner Aussage über Abbas klingt mit was scheinbar viele hier denken. Man sehnt sich nach einem starken Führer so wie Arafat einer war, denn dieser konnte die Massen bewegen und dadurch etwas erreichen "auch wenn er nicht so gebildet war wie man es heute von den Politikern erwartet" - ob dies stimmt weiss ich nicht, aber es könnte etwas dran sein. Manche hier sehen auch Saddam nicht als den Diktator, wie wir ihn aus den westlichen Medien kennen, sondern einfach als einen starken Führer- einen Führer in der Art, wie man ihn hier bräuchte. Zwar wurde viel erreicht auf dem Feld der Demokratie in den letzten Jahren, aber die Hoffnungen auf einen, der alle vereint und den Traum eines eigenen Staates wahr macht scheint einfach größer zu sein - vielleicht. Ob die Möglichkeit besteht, dass die Gewalt wieder eskaliert, falls die Konferenz in Annapolis fehlschlägt war eine meiner Fragen - das wusste er nicht, möglich ist alles. Aber welche Hoffnung haben die Menschen denn noch, wenn nichts dabei herauskommt, die Siedlungen weiterwachsen und die wirtschaftliche und politische Situation immer aussichtsloser wird.
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