Wie wird wohl Weihnachten in Bethlehem?
Weihnachten in Bethlehem – Als Volontär am Geburtsort JesuBethlehem ist für Christen weltweit ein besonderer Ort. Viele Pilgergruppen kommen hierher um an den Ort zu pilgern an welchem vor 2000 Jahren Jesus geboren wurde. Hier, im heutigen Israel und den besetzten palästinensischen Gebieten entstanden vor hunderten von Jahren die ersten jüdisch-christlichen Gemeinden, welche den Grundstein für eine prosperierende Weltreligion legen sollten. Beit Jala, Beit Sahour und Bethlehem sind die drei Orte in der Westbank in welcher traditionell viele Christen lebten. Aufgrund der sehr schwierigen Umstände durch den Bau des Schutzzaunes/der Mauer und der wirtschaftlichen Situation sind gerade in den letzten Jahren viele Palästinenser, und dabei proportional sehr viele Christen, in das Ausland abgewandert.
Wie verbringt man gerade an diesem besonderen Ort das Weihnachtsfest. Für die arabischen Familien hier ist Weihnachten natürlich eine Familienangelegenheit und für so manche Christen hier bieten die Feiertage generell auch die einzige Möglichkeit die heiligen Stätten in Israel zu besuchen oder die Familie zu besuchen, da generell nur für die Feiertage Genehmigungen erteilt werden.
Wir als Volontäre werden Weihnachten im Kreise unserer Volontärsfamilie feiern.
Der 24. Dezember, Weihnachten der Katholiken und der Lutheraner, wird ein großes Fest in Bethlehem sein. Die Weihnachtszeit ist die einzige Zeit im Jahr in welcher die Hotels in Bethlehem ausgebucht sind. Der Krippenplatz vor der Geburtskirche wird voller Menschen sein und es wird einen großen Umzug geben. Heute, am 19. Dezember, gab es in Beit Jala einen Umzug zu Ehren des Schutzpatron des Ortes, dem heiligen St. Nikolaus. In Europa wird die Tradition des Nikolausfestes alljährlich am 6. Dezember bestritten – bei den Orthodoxen Christen jedoch nach dem julianischen Kalender erst am 19. Dezember. Genauso wie das orthodoxe Weinachtsfest auch erst am 6. Januar stattfindet.
Nach einem langen Gottesdienst zu Ehren des Schutzpatron sind daran anschließend eine handvoll Pfadfindergruppen durch die Innenstadt gezogen während Menschenmassen die Straßen säumten – danach wurde gemeinsam gegessen.
Weihnachten werden wir wohl auch einiges von diesen Pfadfindergruppen mit Trommeln und Dudelsäcken zu sehen bekommen, nur sagte man mir, dass es dann nicht bei einer handvoll bleiben wird, sondern auch Gruppen aus Ramallah, Jerusalem und natürlich Bethlehem selber einen Zug bilden werden, welcher mehr als 20 Gruppen beinhalten wird. In einem Festzug von Rahels Grab, welches heute ein israelisches Pilgerziel ist und einen ziemlich großen, gleichnamigen Checkpoint direkt nebenan hat, wird es mit dem Patriarchen von Jerusalem einen Festzug zur Geburtskirche geben. Das wollen wir natürlich nicht verpassen.
Alle großen Ereignisse werden sich wohl auf dem Vorplatz der Geburtskirche abspielen. Eintritt werden wir in die Kirche wohl keinen finden, da wir keine Tickets kriegen konnten und es wohl auch mit Ticket nich all zu einfach sein sollte in die Kirche selber hineinzugelangen da wohl derartig viele Leute da sein werden.
Das Weihnachtsfest der orthodoxen Christen wird wohl mit einer relativ identischen Zeremonie am 6. Januar zutragen, genauso wie noch das armenische folgen wird.
Unsere Bescherung wird dann Abends im kleinen Kreis stattfinden und genauso wie daheim werden wir uns etwas kochen und dann gibt es eine Bescherung.
Zum Gottesdienst geht es anschließend an die Bethlehemer Universität an welcher es einen Mitternachtsgottesdienst geben wird. Ich freue mich besonders auf das Treiben in Bethlehem. Zwar werden auch einige Ausländer da sein, doch das Fest selber dürfte von Christen aus Israel und der Westbank dominiert werden worauf ich mich sehr freue.
Leider kommt der Kontakt mit muslimischen Festivitäten hier ein wenig zu kurz, was vor Allem daran liegt, dass wir in einer christlichen Einrichtung arbeiten und die Feste meist im Kreise der Familie begangen werden. Total interessant jedoch ist das Treiben in den Innenstädten vor muslimischen Feiertagen. Anders als normal ist jeder auf der Straße und die Händler preisen mit lauter Stimme ihre Waren an. Eine gute Abwechslung im Nachts sonst so verlassenen Bethlehem.
Bild: der orthodoxe Nikolaus
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