das gute Gefühl etwas Gutes zu tun

 das gute Gefühl etwas Gutes zu tunDie Ferien haben begonnen, Zeit des rumlungerns, der Sommercamps, Fernsehens und in sehr vielen Fällen - der absoluten Langweile, vor allem aufgrund der wenigen Möglichkeiten, die hier, zumindest sehr viele Kinder, haben.
Für einige Schüler bedeuten diese Sommerferien Arbeit, denn in Talitha Kumi wird im kommenden Schuljahr zum ersten mal Schulklassen das internationale deutsche Abitur anstreben. So werden die stärksten Schüler in Deutsch aus den Jahrgängen sechs und sieben mit dem ersten Fächerübergreifenden Deutschunterricht beginnen.
Diese Schüler haben einen ganzen Haufen Arbeit vor sich und wir dachten uns, dass es eine gute Idee wäre denjenigen, die es wirklich wollen, ein bisschen unter die Arme zu greifen.
Das tolle bei dieser Art von Arbeit ist, dass ausnahmsweise nur motivierte Schüler am Tische sitzen wärden, aber auch, dass es keinen Lerndruck gibt, keine Noten und keine Zeitvorgaben. Wer lernen will soll lernen.
Das erste angesetzte Treffen brachte mehr Schüler als wir dachten - und sie waren sogar pünktlich. So viel Arbeitswillen habe ich in meinem ganzen Jahr kaum erlebt.
Schnell waren Termine festgelegt und heute trafen wir uns das erste mal zum wirklichen Arbeiten.
Ich habe jedem der Kinder ein kleines Vokabelheft ausgeteilt, damit sie jedes neue Wort gleich aufschreiben und lernen können, denn jetzt sollte wirklich jedes Wort zählen- mit dem Ziel "Deutsches Abitur" vor Augen. Tatsächlich probierten sie jedes Wort mitzuschreiben, ohne dass ich sie dazu nötigen musste.
Mit diesem Ideal bin ich wohl irgendwann mal in dieses Jahr gestartet, dass es hier Menschen gibt, die von mir etwas lernen wollen und von denen ich etwas lernen kann.
Gelernt habe ich hier mit Sicherheit sehr viel, aber habe ich auch viel geben können in diesem Jahr?
Wenigstens Deutsch hätten sie sich doch von mir beibringen lassen können...
Vielleicht waren meine Ansprüche an mich selber auch sehr hoch gesteckt - denoch tut es sehr gut hier Leute sitzen zu haben, die Lust haben zuzuhören und davon profitieren werden.

29.07.2008
Dreizehn mal haben wir uns in den letzten Wochen für mehrere Stunden getroffen und es hat meistens einfach nur Spass gemacht. Zwar sind einige Schüler ganz schön ins Schwitzen gekommen aufgrund der enormen Menge, die sie noch vor sich haben aber es hat viel Spass gemacht, vielleicht auch, weil es einige von wenigen Aktionen in Talitha war, wie ich sie mir vorgestellt hatte - ohne Druck etwas anzubieten von dem andere profitieren können. Mal sehen wie viele in einigen Jahren wirklich das deutsche internationale Abitur erreichen werden.


zurück zur Übersicht